Der Entwurf entfaltet sich zwischen zwei notwendigen Ebenen in der Stadtwahrnehmung: der Prägnanz der städtebaulichen Raumbildung und dem Repertoire der Stadträume. Der Rahmenplan definiert die prägnante städtebauliche Raumbildung im Wechselspiel zwischen verschiedenen Freiraum – und Gebäudetypologien als Ausgangslage der Weiterentwicklung des nördlichen Ortskerns von Heinersdorf. Hiermit werden die Leitlinien aber auch die planungsrechtlichen Kapazitäten festgelegt.
Das Repertoire der Stadträume hingegen bildet die Grundlage für den alltäglich gelebten Raum. Es integriert im Sinne einer Kohabitation ökologische und raumklimatische Qualitäten, die den lokalen Bedingungen Rechnung tragen und eine prozessuale Gestaltung, die fortgeführt werden muss, um den Stadtteil Heinersdorf aktiv zu entwickeln, um abwägen zu können und um Experimente zu ermöglichen.
Wir interpretieren das Vorhandene – Geschichte, Kontext, räumliche Qualitäten, Vegetation, Bestandsgebäude, Akteur*innen – und wertschätzen diese als enormes Potenzial und grundlegende Setzung für unseren Entwurf. Alles Neue reagiert situativ auf und interagiert mit dem Vorhandenen. Durch Erhalten und Verstärken der bestehenden baulichen Muster an der Romain-Rolland-Straße/Neukirchstraße passen sich die Höfe, die neben den gewünschten 500 Wohnungen auch Räume zum Arbeiten, für Bildung, Kultur und Austausch sowie Flächen für den Einzelhandel anbieten können, fast nahtlos in das bestehende urbane Gefüge ein.
Das Weiterdenken in Collagen von Höfen ermöglicht eine fast beiläufige Integration des Netzelementes N1, das von der Struktur eingenommen wird. Sie ist damit Teil des gemeinschaftlichen Raums der Hofstruktur und zugleich auch Teil der Stadt. Somit verschwimmen die Grenzen zwischen Außen und Innen, Hof und Stadt beanspruchen gleichberechtigt die öffentliche Sphäre der Straße, verschmelzen somit und werden eins. Vorne ist zugleich hinten, Schwellen zwischen der öffentlichen und privaten Sphäre werden angedeutet und erst im alltäglichen Zusammenleben polyvalent interpretiert.
Freiräume sind räumliche Situationen für Gelegenheiten und nicht Infrastrukturflächen. Zentrales Argument des Entwurfs sind große und großzügige Freiräume: aktive, produktive, inklusive Räume, in dem das Machen im Vordergrund steht. Hier wird gedacht, ausprobiert, getestet, gelernt, ausgetauscht und diskutiert. Plätze und Höfe binden das Areal der Alten Gärtnerei in das städtische Netzwerk über vielfältige Wege und Bezüge ein.
Die städtebauliche Figur generiert zwei klassische Freiraumtypologien: den Hof und den Platz. Diese beiden Typen ergeben in Heinersdorf identitätsstiftende und aufeinander abgestimmte Freiräume, die neben einer hohen Aufenthalts- und Nutzungsqualität für die Bürger*innen auch eine gute Vernetzung aufweisen. Zudem erfüllen sie Anforderungen an die Niederschlagsbewirtschaftung und den artenschutzrechtlichen Nachweis. Insbesondere die beiden großen zusammenhängenden Grünflächen in den Blockinnenbereichen sind wichtige ökologische Ausgleichsflächen für das Quartier.
Studio Urbane Strategien GmbH
Leipziger Platz 2
70197 Stuttgart
Prof. Dr. Martina Baum
Prof. Markus Vogl
Architekten & Stadtplaner BDA
info@studiourbanestrategien.com
Tel. 0711 31 55 03 93
Universität Stuttgart, SuE: Lehrstuhl für Städtebau und Entwerfen
Der Entwurf entfaltet sich zwischen zwei notwendigen Ebenen in der Stadtwahrnehmung: der Prägnanz der städtebaulichen Raumbildung und dem Repertoire der Stadträume. Der Rahmenplan definiert die prägnante städtebauliche Raumbildung im Wechselspiel zwischen verschiedenen Freiraum – und Gebäudetypologien als Ausgangslage der Weiterentwicklung des nördlichen Ortskerns von Heinersdorf. Hiermit werden die Leitlinien aber auch die planungsrechtlichen Kapazitäten festgelegt.
Das Repertoire der Stadträume hingegen bildet die Grundlage für den alltäglich gelebten Raum. Es integriert im Sinne einer Kohabitation ökologische und raumklimatische Qualitäten, die den lokalen Bedingungen Rechnung tragen und eine prozessuale Gestaltung, die fortgeführt werden muss, um den Stadtteil Heinersdorf aktiv zu entwickeln, um abwägen zu können und um Experimente zu ermöglichen.
Wir interpretieren das Vorhandene – Geschichte, Kontext, räumliche Qualitäten, Vegetation, Bestandsgebäude, Akteur*innen – und wertschätzen diese als enormes Potenzial und grundlegende Setzung für unseren Entwurf. Alles Neue reagiert situativ auf und interagiert mit dem Vorhandenen. Durch Erhalten und Verstärken der bestehenden baulichen Muster an der Romain-Rolland-Straße/Neukirchstraße passen sich die Höfe, die neben den gewünschten 500 Wohnungen auch Räume zum Arbeiten, für Bildung, Kultur und Austausch sowie Flächen für den Einzelhandel anbieten können, fast nahtlos in das bestehende urbane Gefüge ein.
Das Weiterdenken in Collagen von Höfen ermöglicht eine fast beiläufige Integration des Netzelementes N1, das von der Struktur eingenommen wird. Sie ist damit Teil des gemeinschaftlichen Raums der Hofstruktur und zugleich auch Teil der Stadt. Somit verschwimmen die Grenzen zwischen Außen und Innen, Hof und Stadt beanspruchen gleichberechtigt die öffentliche Sphäre der Straße, verschmelzen somit und werden eins. Vorne ist zugleich hinten, Schwellen zwischen der öffentlichen und privaten Sphäre werden angedeutet und erst im alltäglichen Zusammenleben polyvalent interpretiert.
Freiräume sind räumliche Situationen für Gelegenheiten und nicht Infrastrukturflächen. Zentrales Argument des Entwurfs sind große und großzügige Freiräume: aktive, produktive, inklusive Räume, in dem das Machen im Vordergrund steht. Hier wird gedacht, ausprobiert, getestet, gelernt, ausgetauscht und diskutiert. Plätze und Höfe binden das Areal der Alten Gärtnerei in das städtische Netzwerk über vielfältige Wege und Bezüge ein.
Die städtebauliche Figur generiert zwei klassische Freiraumtypologien: den Hof und den Platz. Diese beiden Typen ergeben in Heinersdorf identitätsstiftende und aufeinander abgestimmte Freiräume, die neben einer hohen Aufenthalts- und Nutzungsqualität für die Bürger*innen auch eine gute Vernetzung aufweisen. Zudem erfüllen sie Anforderungen an die Niederschlagsbewirtschaftung und den artenschutzrechtlichen Nachweis. Insbesondere die beiden großen zusammenhängenden Grünflächen in den Blockinnenbereichen sind wichtige ökologische Ausgleichsflächen für das Quartier.
Studio Urbane Strategien GmbH
Leipziger Platz 2
70197 Stuttgart
Prof. Dr. Martina Baum
Prof. Markus Vogl
Architekten & Stadtplaner BDA
info@studiourbanestrategien.com
Tel. 0711 31 55 03 93
Universität Stuttgart, SuE: Lehrstuhl für Städtebau und Entwerfen